Libidoverlust, Haarausfall oder depressive Verstimmungen – die Liste der Nebenwirkungen der Pille ist lang. Wenn du schon ein bisschen im Blog gestöbert hast, wird dir das nun bewusst sein. Doch wusstest du, dass diese Nebenwirkungen nicht nur durch die hormonellen Veränderungen entstehen? In diesem Artikel erfährst du, warum die Pille ein echter Nährstoffräuber ist. Wir schauen uns zudem an, was du für deinen Vitalstoffhaushalt tun kannst während du die Pille nimmst. Ich erkläre dir auch, welche Vitamine und Mineralstoffe du nach dem Absetzen der Pille auffüllen solltest. Los geht´s!

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Nährstoffmangel bei Frauen

 

In meiner Naturheilpraxis habe ich oft Patientinnen, die im Blutbild einen deutlichen Nährstoffmangel aufweisen. Warum ist das so? In der heutigen stressigen Zeit stehen viele Dinge auf unserer Prioritätenliste und eine gesunde Ernährung nimmt häufig keinen hohen Stellenwert ein. Schade eigentlich, denn schließlich liefert uns doch die tägliche Ernährung die Power, die wir zur Bewältigung des Alltags brauchen. Doch ganz ehrlich: Auch ich schaffe es nicht, mich täglich ausgewogen zu ernähren. Manchmal komme ich sehr spät aus der Praxis und falle nur noch auf die Couch oder meine kleine Tochter hält mich auf Trab. Noch dazu wird es immer schwieriger, gute Nahrung zu kaufen. Viele Böden sind ausgelaugt, wir verzehren zu viele raffinierte und verarbeitete Nahrungsmittel.  Und als wäre das nicht genug, verlangt uns der Alltag noch so einiges ab. Die Nebenniere läuft bei den meisten Frauen auf Hochtouren und es kommt häufig zu einem Mangel an B-Vitaminen.

Kurzum: Auch ohne Nährstoffräuber sieht der Vitalstoffhaushalt der meisten Frauen nicht besonders gut aus.  Die Einnahme der Pille verbessert diese Situation nicht. Im Gegenteil, der Vitalstoffhaushalt leidet unter dem hormonellen Verhütungsmittel deutlich.

Die Pille als Nährstoffräuber

Doch warum ist das so und welche Vitamine und Mineralstoffe sind besonders betroffen? Bei der Aufnahme, Verstoffwechselung und Ausscheidung nutzen orale Verhütungsmittel die gleichen Stoffwechselwege wie Vitamine und Mineralstoffe. Die Substanzen stehen also miteinander in Konkurrenz und allzu oft verlieren hier die Vitalstoffe. So hemmt die Pille zum Beispiel die Aufnahme und Verwertung der Folsäure. Ebenso erhöht sich bei der Einnahme der Pille der Folsäureverlust über den Urin. In Studien zeigten Pillenanwenderinnen zudem häufiger erniedrigte Blutspiegel bei Magnesium, Zink und Vitamin C im Vergleich zu Frauen, die nicht hormonell verhüteten.

Diese Nährstoffe raubt die Pille

Folsäuremangel durch die Pille

Folsäure, auch als Vitamin B9 oder Folat bekannt, übernimmt im Körper viele lebenswichtige Aufgaben. Das Vitamin ist am Zellwachstum und an der Zellteilung beteiligt. Ein Folsäuremangel betrifft vor allem die Blut-, Schleimhaut-, Nerven- und Immunzellen. Mögliche Symptome eines Mangels sind:

  • Schwäche und Konzentrationsstörungen
  • eine Blutarmut (Anämie) mit Infektanfälligkeit, Blässe und Müdigkeit
  • ein erhöhtes Schlaganfallrisiko durch einen erhöhten Homocysteinspiegel im Blut
  • eine rote, glänzende und brennende Zunge (Glossitis)
  • bei Schwangeren droht eine Fehlbildung des Ungeborenen

Mangel an Vitamin B6 durch die Pille

Wenn du die Pille einnimmst, hast du einen erhöhten Bedarf an Vitamin B6 (Pyridoxin). Mehr als 100 enzymatische Reaktionen in unserem Körper sind auf dieses Vitamin angewiesen. Auch der Aufbau von Körpereiweiß und die Produktion von Serotonin funktionieren nicht ohne Vitamin B6. Serotonin ist ein wichtiger Nervenbotenstoff, der dafür sorgt, dass du dich ruhig, glücklich und ausgeglichen fühlst. Neuere Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen Vitamin-B6-Mangel und Brustkrebs. Interessanter Fact nebenbei: Wusstest du, dass eine fehlende Traumerinnerung ein typisches Zeichen für einen B6-Mangel ist?

Du siehst, B6 spielt also eine entscheidende Rolle für die Gesundheit. Umso alarmierender ist das Ergebnis der NHANES-Studie, die 2003 und 2004 in den USA durchgeführt wurde. Demnach haben 75% der Frauen, die die Pille einnehmen, signifikant reduzierte B6-Werte im Blut.

Magnesiummangel durch hormonelle Verhütung

Die Pille kann zu einem Abfall des Magnesiumspiegels im Blut führen. Im Stoffwechsel ist Magnesium ein echtes Allroundtalent. Energiegewinnung, Nervenfunktion und Muskelkontraktion gehören zu den Hauptaufgabengebieten des Mineralstoffs. Insbesondere wenn du viel Stress hast, solltest du auf deinen Magnesiumspiegel achten. Der Mineralstoff fördert die Bildung von Neurotransmittern und schützt dich vor den Stressauswirkungen. Magnesium unterstützt zudem einen stabilen Blutzuckerspiegel. Kennst du folgende Beschwerden? Dann kann es sein, dass du einen Magnesiummangel hast.

  • innere Unruhe
  • geringe Stresstoleranz
  • Herzklopfen, Herzrasen und Herzstolpern
  • Muskelkrämpfe (v.a. in den Waden)
  • Kribbeln und Muskelzucken
  • depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • migräneartige Kopfschmerzen

Zu wenig Zink bei Einnahme der Antibabypille

Auch die Aufnahme und Verwertung des Spurenelements Zink ist bei Pillenanwenderinnen gestört. Dein Körper braucht Zink für den Haut- und Bindegewebsstoffwechsel. Es beeinflusst die Insulinspeicherung in der Bauchspeicheldrüse und spielt eine wichtige Rolle für dein Immunsystem.  Müdigkeit, Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchige Nägel sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit sind Hinweise auf einen Zinkmangel. Auch Zyklus- und Ovulationsstörungen können bei einem Zinkmangel auftreten. Wenn du also die Pille absetzt und sich so gar kein richtiger Zyklus einstellen möchte, solltest du auch an Zink denken.

Vitamin-C-Mangel durch hormonelle Verhütungsmittel

Wie wichtig Vitamin C für deine Gesundheit ist, hast du sicherlich schon oft gehört. Deshalb nur kurz die wichtigsten Funktionen des Vitalstoffs:

  • Antioxidans = schützt die Zellen vor freien Radikalen
  • stimuliert das Immunsystem
  • hemmt die Bildung krebserregender Substanzen
  • beteiligt an der Bildung / Umwandlung von Botenstoffen
  • wichtig für die Produktion von Cortisol in der Nebenniere (Stichwort Nebennierenerschöpfung)

Ein Mangel kann verschiedene Beschwerden hervorrufen. Dazu gehören zum Beispiel Antriebslosigkeit, Glieder- und Gelenkschmerzen, Infektanfälligkeit, Karies und Zahnfleischentzündungen, Wundheilungsstörungen oder depressive Verstimmungen.

Nährstoffmangel ausgleichen mit Nahrungsergänzungsmitteln

Ich weiß, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wird häufig kritisch gesehen. Ich kann dir hier nur die Erfahrungen weitergeben, die ich in meiner Praxisarbeit gemacht habe. Wenn du die Pille einnimmst oder lange eingenommen hast, kann es sinnvoll sein, die Vitalstoffvorräte in deinem Körper mit einem geeigneten Nahrungsergänzungsmittel aufzufüllen. 

Bestenfalls lässt du vor der Einnahme im Blut bestimmen, ob und welche Mängel vorliegen. Dann kannst du gezielt die passenden Präparate auswählen. Wenn du auf eigene Faust loslegen möchtest, solltest du besser ein Kombipräparat wählen. Dieses enthält dann im Idealfall alle Nährstoffe, die dir die Pille raubt. Der Vorteil eines Kombipräparats ist, das alle Vitamine und Mineralstoffe bereits in der richtigen Dosierung enthalten sind.

Mit der richtigen Ernährung gegen den Vitamin- und Mineralstoffmängel

Ein Nahrungsergänzungsmittel heißt Nahrungsergänzungsmittel, weil es eine gesunde Ernährung ergänzen und nicht ersetzen kann. Wenn du hormonell verhütest oder verhütet hast, lege bitte besonderen Wert auf eine ausgewogene Kost. Reich an Folsäure ist zum Beispiel grünes Gemüse. Vitamin B6 findest du in Haselnüssen, Walnüssen und Sonnenblumenkernen. Deinen Magnesiumspiegel kannst du erhöhen, indem du Kürbiskerne, Leinsamen oder Hülsenfrüchte isst. Zu den wichtigsten pflanzlichen Zinkquellen gehören ebenfalls Hülsenfrüchte und Nüsse aber auch Buchweizen und Naturreis. Vitamin C steckt in Zitrusfrüchten, Paprika oder im heimischen Sanddorn.

Hast du Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen? Dann freue ich mich, wenn du sie in den Kommentaren mit mir teilst.

 

Katrin Schumann

Katrin Schumann ist Expertin für Frauengesundheit und Heilpraktikerin mit eigener Praxis im Ruhrgebiet. Ihr Ziel ist es mit der Gesundheitsrevolution Frauengesundheit 2.0 Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper besser zu verstehen. Im Fokus steht die Selbstermächtigung jeder Frau und das vermitteln von Wissen, um die eigene Gesundheit aktiv gestalten zu können. Zu den Fachgebieten der Autorin gehören die ganzheitliche Frauenheilkunde, das Hormonsystem inkl. hormoneller Beschwerden und die alternative Monatshygiene sowie die natürliche Verhütung.
Katrin Schumann