Oktober 16, 2020

"Mit dem Ding in der Gebärmutter kann ich nicht schwanger werden. Hat mein Arzt gesagt. Aber ich möchte nicht schon wieder eine Operation haben. Nach der letzten OP hatte ich nur ein halbes Jahr Ruhe." Vor mir saß in meiner Naturheilpraxis eine sehr verzweifelte Patientin. Was das Ding war? Meine Patientin hatte Myome in der Gebärmutter. Genau genommen waren es zwei größere Myome, die in einer Operation entfernt wurde. Bei einer Nachkontrolle einige Monate später zeigten sich jedoch wieder zwei Myome in fast derselben Größe. Doch was sind Gebärmutter Myome überhaupt? Welche Symptome können Myome hervorrufen und wie kann man Myome entfernen? Ist die OP bei Myomen wirklich die einzige Möglichkeit? Dieser Blogpost zum Thema Myome liefert dir alle wichtigen Infos und Antworten.

Myome in der Gebärmutter

Wusstest du, dass 30 Prozent aller Frauen über 30 Jahren Myome haben? Damit gehören Myome zu den häufigsten gutartigen Tumoren der Frau. Es handelt sich hier um Wucherungen der Muskelschicht der Gebärmutter. Diese nennt man auch Myometrium. Ein Myom kann einzeln oder mit mehreren Myomen vergesellschaftet auftreten. Hier sprechen Mediziner von einem Uterus myomatosus. Je nach Lage der Wucherung werden verschiedene Arten von Myomen unterschieden. 

Welche Arten von Myomen gibt es?

  • Submukös: Das Myom wächst direkt unter der Gebärmutterschleimhaut.
  • Intramural: Das Myom wächst in der Muskelschicht der Gebärmutter.
  • Intrazervikal: Hier wächst das Myom in den Muskelschichten um den Gebärmutterhals.
  • Intraligamentär: Die Bindegewebsschichten seitlich der Gebärmutter sind betroffen.
  •  Gestielt Intrakavitär: Die Myome ragen in das Innere der Gebärmutter hinein.
Dieses Bild zeigt die unterschiedlichen Myom Arten der Gebärmutter.

Verschiedene Arten von Myomen

Ein Myom ist immer ein gutartiger Tumor. Das Myom metastasiert im Gegensatz zu bösartigen Wucherungen nicht. Bösartige Tumore der Gebärmutter sind zum Beispiel das Uterussarkom oder das Endometriumkarzinom.

Welche Ursachen hat ein Myom?

Die genaue Ursache der gutartigen Tumore ist unbekannt. Klar ist jedoch, dass sie sowohl in ihrer Entstehung als auch in ihrem Wachstum stark östrogenabhängig sind. Deshalb entstehen sie so gut wie nie vor der ersten Regelblutung oder nach den Wechseljahren. In der Schwangerschaft können sie hingegen stark wachsen. Auch eine Östrogendominanz fördert die Myomentstehung und regt zudem das Wachstum der Wucherungen an.

Myome – Symptome und Beschwerden

Die meisten Frauen mit einem Myom haben keine Beschwerden. Je nach Größe und Lage können jedoch verschiedene Symptome auftreten. Dazu gehören:

  • Blutungsstörungen; vor allem eine stärkere und verlängerte Menstruation
  • durch die starke Blutung eine Eisenmangelanämie mit Symptomen wie Müdigkeit oder Infektanfälligkeit
  • schmerzhafte Regelblutung
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • Druckgefühl im Unterleib
  • verstärkter Harndrang und/oder Inkontinenz
  • Probleme beim Stuhlgang
  • Rückenschmerzen
  • seltener auch wehenartige Schmerzen

Habe ich ein Myom ?

Besteht der Verdacht auf ein Myom, ist ein Vaginalultraschall die Untersuchungsmethode der Wahl. In der Regel lassen sich alle Myome, die größer als 1  cm sind, im Ultraschall sicher darstellen. Nur sehr selten muss zusätzlich ein CT oder ein MRT durchgeführt werden. 

Myome behandeln – Wann müssen Myome raus?

Bei den Behandlungsformen unterscheidet man zwischen einer symptomatischen und einer kausalen Therapie.

Symptomatische Behandlung von Myomen

Bei der symptomatischen Behandlung verordnet der Arzt oft die Pille, um die Blutungsstörungen in den Griff zu bekommen. Seltener werden sogenannte GnRH-Analoga eingesetzt. Sie können das Wachstum zwar deutlich verringern, es besteht aber eine hohe Rezidivrate. Zudem treten bei GnRH-Analoga schwere Nebenwirkungen auf, da die Frau quasi in die Wechseljahre versetzt wird. Typische Beschwerden sind Hitzewallungen, depressive Verstimmungen oder Scheidentrockenheit. Eine weitere symptomatische Behandlungsform ist die Endometriumablation. Dabei wird Endometriumgewebe entweder in einer Myom OP herausgeschnitten oder mit anderen Verfahren zerstört. Ziel ist eine Normalisierung der Menstruationsblutung.

Die kausale Behandlung von Myomen

Eine kausale Behandlung ist die Entfernung des Myoms oder gar die komplette Entfernung der Gebärmutter. Insbesondere bei Patientinnen mit einer abgeschlossenen Familienplanung ist die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) das Verfahren der Wahl. Aus naturheilkundlicher Sicht sieht das ganz anders aus. Hier sollte die Entfernung eines Organs wirklich eine absolute Notlösung sein. Eine organerhaltende Operation zur Myomentfernung ist hingegen die Myomenukleation. Sie wird vor allem bei Patientinnen mit Kinderwunsch durchgeführt. Die Rückfallrate bei diesem Verfahren liegt bei 10 bis 30 Prozent.

Grundsätzlich gilt: Ein Myom muss nur dann behandelt werden, wenn es Beschwerden hervorruft. Zudem ist die medikamentöse Therapie bei symptomatischen Myomen in der Regel NICHT erfolgreich!

Myome selbst heilen – Myome alternativ behandeln

Nicht nur aus naturheilkundlicher Sicht sollte die Entfernung der Gebärmutter definitiv die allerletzte Wahl sein. Auch ohne Kinderwunsch ist die Gebärmutter das zentrale weibliche Organ. Welche Alternativen gibt es also?

Myome und Östrogendominanz

Nahezu jede Patientin in meiner Praxis, die ein Myom hatte, wies auch eine Östrogendominanz auf. Eigentlich logisch, denn schließlich regt Östrogen das Wachstum der Tumore an. Myomzellen enthalten deutlich mehr Östrogenrezeptoren als "gesunde Zellen". Ob bei dir eine Östrogendominanz vorliegt, kannst du am schnellsten mit einem Hormonspeicheltest herausfinden. Oder du lädst dir meinen kostenlosen Selbsttest Östrogendominanz runter und machst den schnellen Check zuhause. Stellt sich heraus, dass du eine Östrogendominanz hast, ist das natürlich der wichtigste Angriffspunkt, um deine Myome in den Griff zu bekommen. Welche Ursachen eine Östrogendominanz haben kann, habe ich hier ausführlich beschrieben.

Myome und Ernährung

Auch die Ernährung spielt in der alternativen Behandlung der Myome eine entscheidende Rolle. So zeigt eine Studie aus dem Jahr 1999, dass Frauen, die unter Myomen litten, mehr rotes Fleisch und weniger grünes Gemüse aßen als die Vergleichsgruppe ohne Myome. Ein Review aus dem Jahr 2015 bestätigt dies. Hingegen scheint eine Ernährung, die reich an frischer Kost wie Obst und Gemüse ist, das Myomrisiko zu reduzieren. Insbesondere grünes Gemüse wurde von den Forschern als besonders protektiver Faktor hervorgehoben. Milch und Milchprodukte können hingegen aus verschiedenen Gründen problematisch sein. Zum einen ist insbesondere die Milch konventioneller Herkunft mit Östrogenen belastet. Zum anderen enthält die Milch Wachstumsfaktoren. Eigentlich logisch, schließlich ist Kuhmilch Kälbernahrung und die kleinen Kälbchen sollen schließlich wachsen. Diese Wachstumshormone können theoretisch auch das Wachstum der gutartigen Tumore fördern.

Wenn du unter Myomen leidest, solltest du also:

  • möglichst auf rotes Fleisch verzichten
  • Milch und Milchprodukte vom Speiseplan streichen
  • vermehrt Obst und Gemüse in deine tägliche Ernährung einbauen
  • grünes Gemüse bevorzugen

Vitamin D bei Myomen

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D Myomen vorbeugen kann. Vitamin D hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Regulation des Östrogen- und Progesteronhaushalts. Ein Mangel an Vitamin D kann die Entstehung einer Östrogendominanz fördern und somit auch das Risiko erhöhen, ein Myom zu entwickeln. Ob du einen Vitamin D Mangel hast, kannst du einfach mit einem Bluttest feststellen.

 Um einem Myom vorzubeugen, solltest du einen Vitamin D Spiegel von 40-70ng/ml Serum anstreben.

Pflanzliche Unterstützung bei Myomen

Auch hier gilt wieder der alte Spruch: "Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen." Tatsächlich sind es sogar eine ganze Menge Kräuter, die bei der Behandlung von Myomen eingesetzt werden können. Im Vordergrund steht die Regulation des Hormonhaushalts. Meine Lieblingspflanze zur Förderung der Hormonbalance ist sicherlich der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris). Ich meine, wie soll eine Pflanze die Frauenmantel heißt, denn bitteschön nicht gegen Myome helfen? Natürlich ist es nicht ganz so einfach. Die Myome werden nicht nach 2 Tassen Frauenmanteltee verschwinden. Eine Teekur über einen Zeitraum von 6 Wochen kann aber durchaus die natürliche Progesteronproduktion unterstützen. Auch Schafgarbe eignet sich gut zur untertsützenden Behandlung. Verursachen die Myome Schmerzen, können Tees mit entkrampfenden Pflanzen wie Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) eingesetzt werden.

Ätherische Öle und Myome

Die wunderbare Eliane Zimmermann empfiehlt zur begleitenden Behandlung bei Myomen, die zu starken Blutungen führen, das ätherische Öl der Cistrose. Die Cistrose duftet krautig süß und hat eine erdende Wirkung. Zusammen mit Rosengeranie und Lavendel lässt sich laut Eliane Zimmermann eine wunderbare Duftmischung erstellen. Diese dann einfach auf eine Binde geben und in die Unterbuxe legen. Das Cistrosenwasser (nicht das ätherische Öl!) lässt sich sogar innerlich einnehmen.

Myome – die psychische Komponente

Eine ganzheitliche Behandlung begrenzt sich nie ausschließlich auf das Körperliche. Schließlich sind wir ja nicht nur kleine Fleischklöpschen, die so durchs Leben watscheln. Wir haben eine Seele und eine Psyche. Die Gebärmutter ist das Zentrum der mit dem Selbst verbundenen Kreativität. Das sagt Dr. Christiane Northrup und ich glaube, sie hat Recht. Die körperliche Manifestation des Myoms kann also die Folge einer fehlenden Ausschöpfung kreativen Potentials sein. Wenn du unter einem Myom leidest, kannst du dich also fragen: "In welchem Bereich ist meine Kreativität ins Stocken geraten?" Um das ganze noch etwas bildlicher zu gestalten, kannst du dir deine Myome auch als Kinder vorstellen, die geboren werden möchten. Tatsächlich treten Myome auch öfter bei einem unerfüllten Kinderwunsch auf. Aber du kannst den Begriff Kind hier auch abstrakter betrachten. Was möchtest du gerne auf die Welt / in die Welt bringen?  Vielleicht möchtest du dich künstlerisch auf dem Papier ausdrücken, Oder du schreibst gerne und möchtest endlich dein eigenes Buch verfassen. Auch das Ausleben der eigenen Sexualität kann ein sehr kreativer Prozess sein. 

Wenn du unter Myomen leidest, frage dich also: "In welchem Bereich möchte ich Schöpferin sein? Wo kann und möchte ich noch wachsen? Wen oder was möchte ich in die Welt begleiten?"

Myome alternativ behandeln – das solltest du beachten

So sehr ich die Naturheilkunde liebe, auch diese hat ihre Grenzen. Die naturheilkundliche Behandlung eignet sich insbesondere für Myome, die eine Größe von 4 Zentimetern nicht überschritten haben. Zudem können die alternativen Behandlungsmöglichkeiten dazu beitragen, dass keine neuen Myome entstehen. Myome, die über einen langen Zeitraum gewachsen sind, eventuell sogar schon Verkalkungen aufweisen und zudem noch recht groß sind, werden vermutlich nicht vollkommen verschwinden. Dennoch sind die alternativen Möglichkeiten sinnvoll, wenn du dein Myom ganzheitlich angehen möchtest. Und natürlich eignen sie sich auch wunderbar zur Vorbeugung.

Das Wichtigste auf einen Blick

Myome sind gutartige Wucherungen, die aus dem Muskelgewebe der Gebärmutter hervorgehen. Rund 1/3 aller Frauen sind betroffen. Meist sind Myome symptomlos. Bereiten die Auswüchse Probleme, wird mit künstlichen Hormonen behandelt. Auch Operationen können zum Einsatz kommen. Es gibt verschiedene alternativmedizinische Behandlungskonzepte. Eine besonders wichtige Rolle spielt hier die Ernährung. Diese sollte möglichst frei von tierischem Eiweiß und reich an Obst und Gemüse sein.

Leidest du unter Myomen? Hast du vielleicht schon Erfahrungen mit der alternativen Behandlung von Myomen gemacht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

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Über die Autorin

Katrin Schumann

Katrin Schumann ist Expertin für Frauengesundheit und Heilpraktikerin mit eigener Praxis im Ruhrgebiet. Ihr Ziel ist es mit der Gesundheitsrevolution Frauengesundheit 2.0 Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper besser zu verstehen. Im Fokus steht die Selbstermächtigung jeder Frau und das vermitteln von Wissen, um die eigene Gesundheit aktiv gestalten zu können. Zu den Fachgebieten der Autorin gehören die ganzheitliche Frauenheilkunde, das Hormonsystem inkl. hormoneller Beschwerden und die alternative Monatshygiene sowie die natürliche Verhütung.