Zunächst einmal möchte ich dich herzlich beglückwünschen. Wozu? Ganz einfach dafür, dass du dich für deinen Zyklus interessierst. Vielleicht ist dein Zyklus unregelmäßig, zu lang oder zu kurz. Oder du möchtest schwanger werden und deshalb wissen, wann du fruchtbar bist. Eventuell hast du auch die Pille abgesetzt und momentan ist überhaupt kein Zyklus in Sicht?

Ganz egal, warum du diesen Blogpost liest, ich freue mich, dass du dich deinem Zyklus widmen willst. Der weibliche Zyklus ist etwas ganz Besonderes und verdient deine Beachtung. In diesem Artikel möchte ich dir die körperlichen Vorgänge näher bringen, die in einem Zyklus ablaufen. Eins kann ich schon verraten: Es wird spannend!

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Ein Zyklus, was ist das eigentlich? Obwohl er uns einen Großteil unseres Lebens begleitet, wissen viele Frauen nur sehr wenig über ihren Monatszyklus. Welche Phasen hat der Zyklus? Wie lange dauern diese an? Kann ich in meinem Zyklus immer schwanger werden? Wie kann ich meinen Zyklus berechnen und überwachen? Diese und andere Fragen möchte ich dir beantworten.

 

Wie läuft der Zyklus der Frau ab?

 

Kurz gefasst: Dein Zyklus unterteilt sich in 3 Phasen: Follikelphase, Eisprungsphase und Gelbkörperphase.In der ersten Zyklushälfte reift die befruchtungsfähige Eizelle heran, in der Eisprungphase kommt es wie der Name schon verrät zum Eisprung und in der dritten Zyklusphase nistet sich im Fall einer Schwangerschaft die Eizelle ein. Kommt es zu keiner Einnistung setzt am Ende des Zyklus die Menstruation ein. Ebenso gängig wie die Unterteilung in drei Phasen ist auch die Aufteilung in zwei Zyklushälften. Was genau in den einzelnen Phasen passiert, schauen wir uns jetzt genauer an.

 

Die 1. Zyklushälfte: Eisprungphase

 

Diese Phase nennt man auch Proliferationsphase. Diese Phase beginnt mit dem ersten Tag deiner Menstruationsblutung und endet mit dem Eisprung. In dieser Zyklusphase bereiten sich deine Eierstöcke darauf vor, die Eizelle freizusetzen. Dafür schüttet der Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns, das Hormon GnRH aus. Dieses Hormon sorgt wiederum für die Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse).

Unter dem Einfluss von FSH wachsen im Eierstock bis zu 100 Eibläschen, auch Follikel genannt, heran. Ein Eibläschen besteht immer aus einer Eizelle und ihrer Umhüllung. in den Wänden der Follikel wird das Hormon Östrogen gebildet. Unter dem Einfluss des Hormons FSH werden die Follikel größer und der Östrogenspiegel steigt. Das Östrogen ist deshalb in der ersten Zyklushälfte das dominierende Hormon.

Der erhöhte Östrogenspiegel bewirkt, dass:

  • sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, damit sich in der zweiten Zyklushälfte das befruchtete Ei einnisten kann
  • sich der Muttermund öffnet, sodass die Spermien zum Ei kommen können
  • der Zervixschleim durchlässiger wird und einen höheren pH-Wert hat. So haben es die Spermien auf ihrer Reise leichter.

Das bedeutet: In den zwei Tagen vor dem Eisprung und natürlich am Tag des Eisprungs besteht für dich die größte Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

Die hohen Östrogenspiegel sorgen dafür, dass die Hirnanhangdrüse das Hormon LH (luteinisierendes Hormon)ausschüttet. Ovulationstests messen übrigens die Konzentration von LH im Urin. Mit dem Anstieg von LH ist es Zeit für Phase 2 im Zyklus: den Eisprung.

 

Der Eisprung im Zyklus

 

Der hohe LH-Spiegel sorgt nun dafür, dass der Follikel platzt, der sich am besten entwickelt hat. Er gibt seine reife Eizelle in den Eierstock ab. Damit hat der Eisprung stattgefunden und der Run auf die befruchtungsfähige Eizelle kann beginnen.

Du bist dir unsicher, ob du einen Eisprung hast? Schau dir die 5 Anzeichen für einen Eisprung an.

 

 Die 2. Zyklushälfte: Gelbkörperphase

 

Mit dem Eisprung beginnt auch schon die Gelbkörperphase, also die 3. Phase in deinem weiblichen Zyklus. Nach dem Eisprung entwickeln sich die Reste des Follikels im Eierstock zum Gelbkörper (Corpus luteum). Diese kleine Drüse produziert in der 2. Zyklushälfte Progesteron. Progesteron ist das dominierende Hormon der 2. Hälfte des Zyklus. Das Progesteron sorgt dafür, dass die aufgebaute Schleimhaut erhalten bleibt, sodass es sich die befruchtete Eizelle gemütlich machen kann.

Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, bildet sich der Gelbkörper am Ende dieser Zyklusphase zurück. Das Progesteron im Blut fällt ab, die Gebärmutterschleimhaut zerfällt und wird abgestoßen – deine Periodenblutung setzt ein. Gleichzeitig mit Beginn der Blutung werden vermehrt Östrogene gebildet und ein neuer Zyklus beginnt.

 

Was passiert bei einer Befruchtung mit dem Zyklus?

 

Wenn die Eizelle befruchtet wurde, wandert sie vom Eierstock bis zur Gebärmutter. Obwohl der Weg nicht weit ist, dauert das mehrere Tage. Wenn alles glatt geht, nistet sich die befruchtete Eizelle in die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut ein. Der Gelbkörper produziert daraufhin sehr viel Progesteron, damit die Schleimhaut weiterhin erhalten bleibt. Auch das Schwangerschaftshormon hCG wird nun produziert.

 

Wie lang ist ein normaler Zyklus?

 

Der Zyklus dauert durchschnittlich 27 bis 28 Tage. Er beginnt am ersten Tag der Periode und endet am Tag vor der nächsten Monatsblutung. Dein Zyklus dauert nicht genau 28 Tage? Keine Panik! Gott sei Dank sind wir Menschen und keine Maschinen, die immer genau gleich funktionieren. Viele Faktoren beeinflussen deinen Zyklus. Dazu gehören zum Beispiel hormonelle Schwankungen oder Stress. Zudem unterscheidet sich der Zyklus individuell von Frau zu Frau. Ein Zyklus, der nur 23 Tage dauert, ist also genauso normal wie ein Zyklus, der 35 Tage dauert.

Es ist auch normal, das nicht jeder Zyklus bei dir exakt gleich lang ist. Deine Zykluslänge kann variieren, das ist kein Grund zur Sorge. Solltest du jedoch regelmäßig längere oder kürzere Zyklen haben oder unter Schmierblutungen im Zyklus leiden, ist das ein Hinweis auf ein hormonelles Ungleichgewicht.

 

Wann kann ich im Zyklus schwanger werden?

 

Tatsächlich kannst du nur an sehr wenigen Tagen in deinem Monatszyklus schwanger werden. Die fruchtbaren Tage beginnen ungefähr 2 Tage vor dem Eisprung. Die Eizelle selbst lebt nur ungefähr einen Tag lang. Da Spermien in der Regel 4 bis 6 Tage in deinem Körper überleben können, besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft, wenn du in den 6 Tagen vor deinem Eisprung, an dem Tag deines Eisprungs selbst und eventuell auch noch am Tag danach Sex hast. Das macht also ungefähr 8 fruchtbare Tage in einem Monat.

Um deine fruchtbaren Tage zu kennen, solltest du also auch wissen, wann dein Eisprung ist. Da die Zykluslänge variieren kann, solltest du dich hier keinesfalls nur auf den Kalender verlassen. Temperatur messen, die Beobachtung deines Zervixschleims sowie deines Muttermundes und Ovulationstests sind hier deutlich hilfreicher.

 

Was passiert mit der Körpertemperatur im Zyklus?

 

Die Veränderung der sogenannten Basaltemperatur, ist ein Symptom des Eisprungs. Wenn du deine Körpertemperatur über einen längeren Zeitraum beobachtest, wirst du Regelmäßigkeiten entdecken.

Die Basaltemperatur ist die Aufwachtemperatur. Sie wird also direkt nach dem Aufwachen gemessen. In der 1. Zyklushälfte ist die Basaltemperatur etwas niedriger. Diese Phase wird deshalb auch Tieflage genannt. Kurz vor dem Eisprung kommt es bei den meisten Frauen zu einem kurzen Temperaturtief. Die höheren Progesteronspiegel nach dem Eisprung sorgen dann für einen Temperaturanstieg um mindestens 0,2°C.  Deshalb wird diese Phase auch Hochlage genannt. Wird die Eizelle nicht befruchtet, fällt der Progesteronspiegel ab und die Temperatur sinkt kurz vor Einsetzen der Menstruation. Bei einer Schwangerschaft bleibt die Basaltemperatur hingegen normalerweise hoch.

Wenn du mehr über deinen Zyklus erfahren möchtest, rate ich dir, deine Temperatur aufzuzeichnen. Bei der Arbeitsgruppe NFP kannst du dir ein Zyklusblatt zur Dokumentation kostenlos herunterladen.

 

 So beeinflusst dich dein Zyklus

 

Du siehst, in einem Monatszyklus ist hormontechnisch eine Menge los. Natürlich wirkt sich das auch auf dein Wohlbefinden aus. Leider haben wir heute im meist stressigen Alltag wenig Möglichkeiten, auf unser Zyklusempfinden einzugehen. Wenn du dich wieder mehr mit deinem ganz eigenen Monatszyklus beschäftigst, wirst du feststellen, dass darin ganz viel Power und Potenzial steckt.

In der 1. Zyklusphase fühlen sich viele Frauen konzentrierter und fitter. Vielleicht steht dir jetzt der Sinn nach Aktivität. Diese Zyklusphase eignet sich also eigentlich gut für wichtige Termine im Job oder ein aufregendes Date. Auch Sport fällt dir hier vermutlich leichter.

Um den Eisprung herum, empfinden viele Frauen mehr Lust auf Sex. Das macht auch absolut Sinn, schließlich stehen jetzt alle Zeichen auf Fortpflanzung. Übrigens gibt es Studien die zeigen, dass Männer Frauen, die kurz vor dem Eisprung stehen, attraktiver finden.

In der 2. Zyklushälfte kündigt sich häufig die Periode durch das sogenannte prämenstruelle Syndrom (PMS) an. Kopfweh, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen oder Heißhunger sind hier an der Tagesordnung. Stand dir in der 1. Zyklushälfte noch der Sinn nach Aktivität, möchtest du dich jetzt vielleicht am liebsten irgendwo allein verkriechen.

Die Menstruation selbst wird von Frauen sehr unterschiedlich empfunden. Für einige Frauen ist es eine Erleichterung, wenn die Blutung einsetzt. Andere leiden wiederum unter Krämpfen oder Übelkeit. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist das normal. Doch starke Schmerzen können auf ein hormonelles Ungleichgewicht oder Erkrankungen wie die Endometriose hinweisen.

 

Wie lange dauert die Menstruation?

 

Auch hier gibt es keinen Idealwert. Im Durchschnitt dauert die Monatsblutung zwischen 3 und 7 Tagen. Auch die Stärke variiert. Bei einigen Frauen ist die Blutung direkt am ersten Tag sehr stark, bei anderen Frauen baut sie sich hingegen langsam auf.

Zu lange (mehr als 7 Tage) oder zu starke Blutungen (selbst die dicken Supertampons halten nur 2 bis 3 Stunden) sind ein Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auch größere Blutklümpchen, starke Schmerzen oder migräneartige Kopfschmerzen sind nicht normal!

Solltest du unter diesen Beschwerden leiden, ist es Zeit, etwas zu tun. Viele Frauen gestehen sich in dieser Zeit keine Ruhe zu. „Die hat ja nur wieder ihre Tage“ ist eine gefürchtete Reaktion des Umfelds. Doch bitte bitte pass auf dich auf. Gönn dir Ruhe und Rückzug, Wärme, einen guten Tee und mach dich dann auf die Suche nach den Ursachen deiner Beschwerden. Ein Hormonungleichgwicht, Schilddrüsenstörungen, viel Stress oder eine schlechte Ernährung kommen hier unter anderem infrage.

Kennst du dich mit deinem Monatszyklus gut aus? Läuft dein Zyklus gut ab oder leidest du unter Beschwerden? Teil mir deine Erfahrungen gerne im Kommentarfeld mit.

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Katrin Schumann

Katrin Schumann ist Expertin für Frauengesundheit und Heilpraktikerin mit eigener Praxis im Ruhrgebiet. Ihr Ziel ist es mit der Gesundheitsrevolution Frauengesundheit 2.0 Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper besser zu verstehen. Im Fokus steht die Selbstermächtigung jeder Frau und das vermitteln von Wissen, um die eigene Gesundheit aktiv gestalten zu können. Zu den Fachgebieten der Autorin gehören die ganzheitliche Frauenheilkunde, das Hormonsystem inkl. hormoneller Beschwerden und die alternative Monatshygiene sowie die natürliche Verhütung.
Katrin Schumann