Du hast 8 Stunden in der Nacht geschlafen und wachst am nächsten Tag trotzdem wie gerädert auf? Oder bist du zwar erschöpft, kannst aber abends nicht gut einschlafen? Vielleicht wachst du auch in der Nacht häufiger auf? Neigst du zu Infekten? Fühlst dich ständig so, als wäre die nächste Erkältung im Anmarsch? Dein Zyklus ist unregelmäßig? Deine Menstruation viel zu schmerzhaft? Oder du hast eine Schilddrüsenerkrankung wie Morbus Hashimoto? Völlig egal, denn hinter all diesen diffusen Beschwerden oder Erkrankungen kann sich auch eine Nebennierenschwäche verbergen. Was das ist? Genau darum dreht sich dieser Blogartikel.

Die Nebennieren – kleines Organ mit großer Wirkung

Nebennieren – das klingt zunächst absolut unspektakulär. Eigentlich ist die Bezeichnung Nebennieren auch nicht wirklich korrekt, denn die Nebennieren befinden sich nicht neben den Nieren. Sie sitzen ihnen als eine Art kleine Hütchen auf. Die Nebennieren haben auch mit den Nieren überhaupt nichts zu tun. Während die Nieren für die Urinproduktion zuständig sind, sind die Nebennieren wichtiger Teil des Hormonsystems.

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Die pyramidenförmigen Hormondrüsen wiegen nur rund 10 Gramm und sind 3 x 1,5 Zentimeter groß. Echte Winzlinge also, dennoch übernehmen sie im Hormonsystem und im Nervensystem enorm wichtige Aufgaben. Die Nebennieren bestehen aus einer Nebennierenrinde (Cortex) und einem Nebennierenmark (Medulla). Die Nebennierenrinde besteht wiederum aus 3 Zonen. In diesen werden die Hormone der Nebenniere gebildet: Mineralkortikoide, Glukokortikoide und Androgene.

 

Wichtigstes Glukokortikoid der Nebennierenrinde ist das Cortisol. Sicher hast du von diesem sogenannten „Stresshormon“ schon etwas gehört. Zu den Androgenen der Nebennierenrinde gehören unter anderem Testosteron, DHEA, Androstendion und weibliche Geschlechtshormone wie Estradiol, Progesteron und Estriol. Mehr über die Aufgaben und Funktionen dieser Hormone erfährst du im Übersichtsartikel: „Diese Hormone sollte jede Frau kennen“. Das Mineralkortikoid Aldosteron, das ebenfalls in der Nebennierenrinde gebildet wird, möchte ich in diesem Artikel eher vernachlässigen. Kurz gefasst spielt es eine Rolle für die Salzregulation des Körpers.

 

Nebennierenschwäche Nebennieren Funktion Anatomie

Medical illustration of anatomy of adrenal gland — Vektor von rob3000

 

Von größerem Interesse sind hingegen die beiden Hormone, die im Nebennierenmark gebildet werden: Adrenalin und Noradrenalin. Sowohl Adrenalin als auch Noradrenalin übernehmen im Körper Aufgaben als Neurotransmitter. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die eine wichtige Rolle im Nervensystem bei der Reizweiterleitung und der Modulierung von Nervenreizen spielen. Auch Adrenalin und Noradrenalin sind als „Stresshormone“ bekannt.

Funktion der Nebennieren

 

OK, die Nebennieren produzieren also verschiedene Hormone. Doch wofür sind diese nun genau wichtig? Kurz gesagt benötigt der Körper die Nebennieren und ihre Hormone, um mit Stress und Belastungen umgehen zu können. Stress und Belastungen sind zum Beispiel Verletzungen, akute und chronische Erkrankungen aber auch Streit mit dem Partner oder Mobbing am Arbeitsplatz. In solchen Belastungssituationen arbeiten die Nebennieren auf Hochtouren und schütten vermehrt „Stresshormone“ wie Cortisol aus. Cortisol aktiviert verschiedene Stoffwechselvorgänge, damit dem Körper genug Energie zur Verfügung steht, um die Belastungssituation gut zu meistern. Es greift aber auch in den Fett- und Eiweißstoffwechsel ein und wirkt zum Beispiel antientzündlich. Damit du dich fit, gesund und glücklich fühlst, ist es also wichtig, dass deine Nebennieren richtig arbeiten.

Nebennierenschwäche

Nebennierenschwäche – Was ist das ?

 

Bei einer Nebennierenschwäche funktionieren die kleinen Drüsen nicht mehr optimal. Das fein abgestimmte Hormongleichgewicht ist gestört. Die Funktion der Nebennieren ist langsam aber sicher erschöpft. Zwar gibt es verschiedene Phasen der Nebennierenschwäche, schlussendlich leidet aber vor allem die Cortisolproduktion. Es kommt zu einem Mangel an Cortisol. Die Bandbreite ist dabei recht ausgeprägt und reicht von einer fast absoluten Inaktivität der Nebenniere bis zu einer beinahe normal funktionierenden Nebenniere. Schulmedizinisch ist das Krankheitsbild der Nebennierenschwäche nicht anerkannt. Allzu oft kennt die Schulmedizin nur „funktioniert“ oder „ist kaputt“. Wenn die Nebenniere wirklich „kaputt“ ist, spricht man von der Addison-Krankheit. Meine Erfahrung und die vieler ganzheitlich arbeitender Kolleginnen zeigt jedoch, dass es eben nicht nur diese vollständige Funktionsaufgabe gibt, sondern verschiedene Zwischenformen mit den unterschiedlichsten Beschwerdebildern.

 

Die drei Phasen der Nebennierenschwäche

 

Während der Morbus Addison, also die komplette Nebenniereninsuffizienz, plötzlich auftreten kann, entwickelt sich eine Nebennierenschwäche eher schleichend. Als hilfreich hat sich die Unterteilung in 3 Stadien erwiesen. Doch diese Stadien darfst du nicht allzu abgegrenzt sehen. Vielmehr können sie nahtlos ineinander übergehen.

 

Stadium 1: Erhöhter Stress

 

Diese Phase ist eigentlich gar keine Nebennierenschwäche, sondern vielmehr eine vorübergehende „Überfunktion“. Die Nebennieren schütten zu viel Cortisol aus. Anfangs können sie dies auch noch gut leisten. Hält dieser Zustand jedoch länger an, nimmt die Cortisolproduktion immer weiter ab. Wird in diesem Stadium nur das Cortisol getestet, ist die Funktionsstörung der Nebenniere nicht immer sicher zu diagnostizieren. Denn wenn die Cortisolwerte abfallen, können die ehemals zu hohen Werte vorübergehend ein normales Niveau erreichen. Auf den ersten Blick erscheint also alles normal, in Wahrheit befindet sich der Patient jedoch auf direktem Weg in das Stadium 2 der Nebennierenschwäche. Im 1. Stadium sind andere Hormonwerte jedoch häufig schon auffällig. So können sich beispielsweise Erhöhungen im Bereich des Testosterons finden, auch Schilddrüsenstörungen wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) treten häufiger auf.

 

Stadium 2: Niedrige Cortisolwerte

 

Im Stadium 2 sinkt der Cortisolspiegel weiter. Allerdings können in diesem Stadium auch noch Normwerte auftreten. Du kannst also auch eine Nebennierenschwäche haben, wenn alle Werte in der Norm sind. Hier gilt immer: Befinden vor Labor. Das bedeutet, dass ich deinen Empfindungen immer mehr traue als Laborwerten. Und genau das solltest du auch tun! Trotz möglicherweise unauffälliger Werte ist in dieser Phase der Nebennierenschwäche die Cortisolproduktion nicht mehr ausreichend. In diesem Stadium zeigen sich zudem deutliche Verschiebungen im Bereich der Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin, die ja ebenfalls in der Nebenniere produziert werden. Patienten in diesem Stadium fühlen sich häufig nicht so richtig krank, aber auch nicht so wirklich gesund. Sie haben das Gefühl, dass ein Infekt im Anmarsch ist, oder sind erschöpft und antriebslos. 

 

Stadium 3: Nebennierenerschöpfung

 

Ich nenne dieses Stadium auch gerne das „Leck mich am Arsch“-Stadium. Genau das sagen deine Nebennieren nämlich: „Leck mich am Arsch, ich kann nicht mehr.“ Die kleinen Drüsen sind massiv erschöpft und können nicht mehr die benötigte Menge an Hormonen produzieren. Der Cortisolmangel ist nun im Hormonspeicheltest deutlich sichtbar. Das Stadium 3 der Nebennierenschwäche ist hinsichtlich der Beschwerden ein echtes Chamäleon. Die Patienten können ihre Symptome oft nicht richtig zuordnen, die Beschwerden wechseln teils täglich und sind eher unspezifisch und diffus. Schon leichte Belastungen werden als extrem kräftezehrend empfunden, stärkere Belastungen führen zu langanhaltender und ausgeprägter Erschöpfung. Die Schilddrüse als „Motor des Körpers“ versucht den Energiemangel auszugleichen und erschöpft dabei allzu oft selbst. Viele Patientinnen mit der Autoimmunerkrankung Morbus Hashimoto haben auch eine Nebennierenschwäche. Ebenso kommt es zu Verschiebungen im Bereich der Geschlechtshormone. Besonders häufig treten ein Progesteronmangel und damit verbunden eine Östrogendominanz auf.

 

Ursachen der Nebennierenschwäche 

 

Doch wie genau entsteht denn nun eine Nebennierenschwäche? Kurz gesagt durch zu viel Stress über einen zu langen Zeitraum. Dabei ist für die Nebenniere vieles Stress, was du vielleicht gar nicht als Stress wahrnimmst. Die Nebennieren lassen sich stressen durch:

  • schlechte Ernährung
  • unregelmäßige Essenszeiten (auch Diäten!)
  • übermäßige körperliche Aktivität (v.a. Leistungssport)
  • Rauchen und Alkohol
  • Über- und Untergewicht
  • Medikamente wie beispielsweise die Pille
  • Allergien (chronische) Infektionen Schlafmangel oder unerholsamer Schlaf
  • Entzündungen (auch stille Entzündungen = silent inflammation)
  • Nährstoffmangel
  • seelische Belastungen
  • Stress auf der Arbeit
  • Streit mit dem Partner / der Familie
  • Operationen
  • Schadstoffe
  • und noch vieles mehr…

Wenn wir ehrlich zu uns selber sind, treffen viele dieser Punkte zumindest zum ein oder anderen Zeitpunkt auf uns zu. Wir sind, ob wir wollen oder nicht, immer mehr Umweltgiften ausgeliefert, schlafen oft zu wenig und powern uns auf der Arbeit aus. Oft fehlen dann noch Lust und Zeit für eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung. Die Nebennieren können diesen Zustand sehr lange kompensieren. Doch irgendwann kippt das System und die ersten Beschwerden entstehen.

 

Nebennierenschwäche – die Symptome

 

Die Symptome der Nebennierenschwäche können sich in den einzelnen Stadien unterscheiden.

 

Nebennierenschwäche – Symptome im Stadium I

  • Gereiztheit, du fühlst dich genervt, rastest schnell aus
  • innere Unruhe
  • die Leistungsfähigkeit nimmt evtl. ab
  • erhöhtes Schlafbedürfnis

 

Nebennierenschwäche – Symptome im Stadium II

  • zunehmende Ermüdung im Tagesverlauf
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • evtl. Darmbeschwerden und rheumaähnliche Gelenkbeschwerden
  • Leistungsfähigkeit nimmt immer mehr ab

 

Nebennierenschwäche – Symptome im Stadium III

  • Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
  • depressive Verstimmungen
  • starke Erschöpfung auch nach eigentlich wenig anstrengenden Tätigkeiten

Symptome Nebennierenschwäche

 

Hast du eine Nebennierenschwäche? Das deutet darauf hin:

  • Du hast Schwierigkeiten am Morgen aus dem Bett zu kommen
  • Du hast oft Lust auf salzige Nahrungsmittel wie beispielsweise Chips
  • Dein Alltag, den du früher ohne Probleme gemeistert hast, erfordert jetzt eine große Anstrengung
  • Du empfindest alles als eine lästige Pflicht, egal ob dir die Tätigkeit früher einmal Spaß gemacht hat
  • Du hast kaum noch Lust auf Sex
  • Von Erkrankungen wie beispielsweise einer einfachen Erkältung erholst du dich nur langsam
  • Du bist super anfällig für Stress: Selbst Kleinigkeiten nerven dich extrem und bringen dich auf die Palme
  • Wenn du schnell aufstehst, wird dir schwindelig
  • Es gibt kaum noch Dinge / Aktivitäten, die dir wirklich Spaß bereiten
  • Du leidest vermehrt unter Menstruationsbeschwerden oder dem prämenstruellen Syndrom
  • Wenn du wenig isst oder Mahlzeiten auslässt, verschlimmern sich deine Beschwerden
  • Du kannst dich nur schwer konzentrieren („Kopfnebel“)
  • Vor allem am Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr hast du ein echtes Energietief
  • Du vergisst ständig irgendwas und bist zerstreut
  • Nach 18 Uhr und vor allem nach dem Abendessen fühlst du dich besser

 

Nebennierenschwäche – die Diagnose

 

Kommen dir einige der Symptome bekannt vor? Dann kann es sein, dass du unter einer Nebennierenschwäche leidest. Wie kannst du dir aber sicher sein, dass du wirklich eine Schwäche der Nebennieren hast? Wie bereits gesagt, sind für die Diagnosestellung vor allem die Symptome relevant. Doch es gibt auch einige Labor- und Selbsttests zur Diagnose der Nebennierenerschöpfung.

 

Hormonspeicheltest bei Nebennierenschwäche

 

Bei Verdacht auf eine Nebennierenschwäche kannst du einen Hormonspeicheltest bei einem darauf spezialisierten Labor durchführen. Das geht ganz einfach von zuhause aus. Im Speichel wird dein Cortisolwert zu unterschiedlichen Tageszeiten bestimmt. Anhand dieses Cortisol Tagesprofils lässt sich gut erkennen, wie gut die Nebennieren arbeiten.

Ebenso kannst du das Hormon DHEA im Speichel bestimmen lassen. DHEA (Dehydroepiandrosteron) wird ebenfalls in der Nebenniere gebildet. Es kann je nach Bedarf in verschiedene Hormone umgewandelt werden. Ähnlich wie das Cortisol ist auch das Hormon DHEA je nach Phase der Nebennierenschwäche erhöht, im Normbereich oder erniedrigt.

 

Neurotransmitter im Urin

 

Wer es genau wissen möchte, kann zudem die Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin bestimmen lassen. Auch das geht mit einem Test von zuhause aus. Adrenalin und Noradrenalin werden jedoch nicht mittels Speicheltest, sondern im Urin bestimmt. 

Einen genauen Überblick über die neuroendokrine Situation erhältst du, wenn du folgende Parameter bestimmen lässt: Adrenalin, Cortisol im Tagesprofil, DHEA, Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Hierzu bietet das renommierte Labor Medivere einen Burnout-Test, der all diese Parameter umfasst.

 

Nebennierenschwäche Selbsttest

 

Nicht jeder hat die finanziellen Mittel, um eine ausführliche Labordiagnostik durchzuführen. Wenn du den Verdacht auf eine Nebennierenschwäche hast, kannst du 3 kostenlose Selbsttests durchführen. Natürlich sind diese nicht zu 100% treffsicher, sie liefern dir aber weitere Hinweise.

 

Der Pupillentest

 

Für den Pupillentest benötigst du lediglich einen Stuhl, eine kleine Taschenlampe, einen Spiegel und eine Uhr mit Sekundenzeiger. Setze dich in einen abgedunkelten Raum und leuchte mit der Taschenlampe von seitlich oben in ein Auge. Mit dem anderen Auge schaust du in den Spiegel. Sobald das Licht dein Auge trifft, sollte sich die Pupille zusammenziehen. Bei einem gesunden Menschen würde diese Pupillenkontraktion bestehen bleiben. Bei einem Menschen mit Nebennierenschwäche kann die Pupille die Kontraktion nicht aufrechterhalten. Die Pupille springt vielleicht zwischen erweitert und zusammengezogen hin und her und bleibt dann schlussendlich nach 30 bis 45 Sekunden im geweiteten Zustand.

 

Der Hauttest

 

Beim Hauttest fährst du mit sanftem Druck mit deinem Fingernagel über deine Bauchhaut und ziehst so eine „Linie“. Im Normalfall wäre diese erst weiß und dann relativ schnell rot. Wenn du eine Nebennierenschwäche hast, bleibt die Linie für mindestens 2 Minuten weiß.

 

Der Blutdruck-Test

 

Um diesen Test durchzuführen, brauchst du ein Blutdruckmessgerät. Lege dich zunächst für 10 Minuten ruhig hin und messe im Liegen deinen Blutdruck. Dann stehst du auf und misst sofort erneut deinen Blutdruck. Normalerweise sollte sich beim Aufstehen dein Blutdruck um rund 10 bis 20 mmHg erhöhen. Ist dies nicht der Fall oder fällt der Blutdruck sogar, kann dies ein Hinweis auf eine Nebennierenschwäche sein. Es ist aber auch möglich, dass du zu wenig getrunken hast. Trinke dann den restlichen Tag ausreichend und führe den Test am nächsten Tag erneut durch. 

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass diese Tests lediglich Anhaltspunkte sind und keine genaue Diagnose ermöglichen. Im Zweifel halte immer Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker!

 

Nebennierenschwäche – Welcher Arzt hilft weiter?

 

Du hast den Verdacht auf eine Nebennierenschwäche und suchst nun nach Hilfe? Da stellt sich natürlich die Frage, welcher Arzt bei einer Nebennierenschwäche helfen kann. Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Grundsätzlich ist ein Endokrinologe der richtige Ansprechpartner, wenn es um das Thema Hormone geht. Wie schon erwähnt, ist die Nebennierenschwäche in der Schulmedizin aber nicht anerkannt. Je nach Arzt wirst du also auf wenig Verständnis stoßen. Es gibt aber einige Ärzte und auch viele Heilpraktiker, die sich auf die Erkennung und Behandlung der Nebennierenschwäche spezialisiert haben. Wenn du dir eine Beratung zu dem Thema wünschst, kannst du auch gerne einen Coachingtermin mit mir vereinbaren.

 

Nebennierenschwäche – Therapie

 

Eine Nebennierenschwäche ist keine Diagnose, mit der du dein Leben lang leben musst. Die Nebennieren können sich erholen, wenn auch meist eine gewisse Anfälligkeit für die Erschöpfung der Nebennieren bleibt. Im Idealfall greifst du gleich von mehreren Seiten an. In meiner Praxisarbeit haben sich 4 Säulen als hilfreich erwiesen:

  1. Ordnungstherapie
  2. Ernährung
  3. Nahrungsergänzung
  4. Heilpflanzen

 

Nebennierenschwäche Therapie

 

Ordnungstherapie bei Schwäche der Nebennieren

 

Keine Angst, Ordnungstherapie hat nichts mit Wohnung aufräumen oder Keller entrümpeln zu tun. Vielmehr geht es darum, Ordnung in das eigene Leben zu bringen. Hier gilt es Energieräuber zu identifizieren und den eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Wer oder was tut dir in deinem Leben nicht gut? Wo verschwendest du Energie? Was stresst dich wirklich? Hast du diese Stressoren identifiziert, musst du sie loswerden. Dabei kannst du sie natürlich im wahrsten Sinne des Wortes loswerden oder aber lernen, besser mit ihnen umzugehen. Körperliche Bewegung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Auszeiten / Entspannungszeiten gehören ebenso in den Bereich der Ordnungstherapie. Die genaue Ausführung aller dieser Maßnahmen würde diesen Artikel sprengen. Aber mit Sicherheit gibt es in Zukunft mehr dazu!

 

Die richtige Ernährung bei einer Nebennierenschwäche

 

Wie bei allen hormonellen Störungen oder vielleicht sogar wie bei allen Erkrankungen spielt die richtige Ernährung für die Gesundung eine entscheidende Rolle. Wenn du die falsche Nahrung zu dir nimmst, kann dein Körper nicht richtig funktionieren! Bei Stress verbraucht der Organismus enorm viele Nährstoffe. Führst du über die Nahrung keine Vitamine, Mineralstoffe und andere Vitalstoffe in ausreichender Menge zu, entsteht ein Nährstoffmangel. Zwar können Nahrungsergänzungen den Heilungsprozess bei einer Nebennierenschwäche beschleunigen, sie können aber niemals eine ausgewogene Ernährung ersetzen. Stark verarbeitete Lebensmittel oder Junk Food sind Gift für deine Nebennieren und können deine Beschwerden noch deutlich verschlechtern.

Dasselbe gilt für Koffein. Wahrscheinlich bist du sogar ein Kaffee- oder Colajunkie, wenn deine Nebennieren nicht richtig funktionieren. Denn Koffein gibt dir zumindest für einen kurzen Zeitraum Energie. Doch damit laugst du deine Nebennieren noch mehr aus. Auf koffeinhaltige Getränke solltest du also verzichten!

Eine gute Mahlzeit besteht bei einer Nebennierenschwäche immer aus Fett, Eiweiß und stärkehaltigen Kohlenhydraten. Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten und Schwankungen zu vermeiden. Hochwertiges Eiweiß kann dein Körper aus Fleisch und Fisch (in Maßen) sowie aus pflanzlichen Quellen wie beispielsweise Hülsenfrüchten beziehen. Wichtige Fettsäuren finden sich in Leinöl, Distelöl, Sonnenblumenöl, Nüssen, Kokosöl oder auch beispielsweise in Butter und Avocados. Gute Kohlenhydratquellen sind unter anderem (glutenfreie) Vollkorngetreide wie beispielsweise Hirse und natürlich Gemüse, Gemüse und nochmal Gemüse.

Bei einer Nebennierenschwäche ist aber nicht nur von Bedeutung was du isst, sondern auch wann du isst. Um deinen Körper mit Energie zu versorgen, solltest du möglichst vor 10 Uhr ein gesundes Frühstück zu dir nehmen. Intervallfasten mit einer morgendlichen Pause ist also für Menschen mit einer Nebennierenschwäche eher ungeeignet. Auch das Mittagessen sollte eher früh stattfinden, zudem tut dir eine nahrhafte Zwischenmahlzeit am Nachmittag gut. Die Abendmahlzeit solltest du zwischen 17 und 18 Uhr zu dir nehmen. Viele Patienten mit einer Nebennierenschwäche berichten von einem besseren Schlaf, wenn sie ein „Spätstück“ essen. Damit ist ein kleiner nahrhafter Snack kurz vor dem Schlafengehen gemeint.

 

Nahrungsergänzungsmittel bei Nebennierenschwäche

 

Bei Stress und einer Erschöpfung der Nebennieren hast du einen erhöhten Nährstoffbedarf. Je nach Ausprägung der Nebennierenschwäche lässt sich dieser nicht allein über die Ernährung decken. Nahrungsergänzungen können hier hilfreich sein. Besonders folgende Nährstoffe sind betroffen:

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • B-Vitamine wie B6, B12, B3 und B5 (evtl. als B-Komplex)
  • Magnesium
  • Calcium

Ob ein Vitamin- und Mineralstoffmangel vorliegt, lässt sich anhand verschiedener Laborverfahren wie Bluttest oder Haarmineralanalyse feststellen. Ebenso sind verschiedene Komplexpräparate erhältlich, die die Nebenniere in ihrer Funktion unterstützen sollen. 

 

Heilpflanzen bei Nebennierenschwäche

 

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Das gilt auch für die Nebennierenschwäche. Für die Unterstützung der Nebenniere sind die sogenannten Adaptogene wichtig. Adaptogene helfen dem Körper, mit Stress besser klarzukommen. Zur Unterstützung der Nebennieren eignen sich je nach Beschwerden / Stadium:

  • Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra)
  • Schlafbeere (Withania somnifera) = Ashwaganda
  • Koreanischer Ginseng (Panax ginseng)
  • Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus)
  • Ingwer (Zingiber officinale)
  • Rosenwurz (Rhodiola rosea)

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Nebennierenschwäche

 

Mit den folgenden Methoden habe ich in meiner Heilpraxis nie (oder nur in abgewandelter Form) gearbeitet, möchte sie aber der Vollständigkeit halber erwähnen. 

 

Nebennieren Extrakte bei Nebennierenerschöpfung

 

Nebennieren Extrakte werden aus Rinder-Nebennieren hergestellt. Sie sind in pulverisierter oder in flüssiger Form erhältlich. Ziel ist es, die normale Hormonproduktion zu unterstützen und den Genesungsprozess zu beschleunigen. Dabei sind die Extrakte kein Hormonersatz, sondern sollen dem Körper die benötigten Bausteine zur Verfügung stellen. Alternativ gibt es von der Firma Wala auch anthroposophische Aufbereitungen von tierischem Nebennierengewebe.

 

(Bioidentisches) Cortisol

 

Die bioidentische Hormontherapie mit Cortisol ist meiner Meinung nach nur sehr selten nötig. Allenfalls bei sehr starker Erschöpfung kann es meiner Erfahrung nach sinnvoll sein, dem Körper bioidentisches Cortisol (gerne in homöopathischer Aufbereitung) anzubieten. Keinesfalls solltest du hier jedoch einen Selbstversuch starten, sondern nur mit einem erfahrenen Therapeuten zusammenarbeiten. Ansonsten kannst du dir deinen Hormonhaushalt komplett zerschießen! Bioidentisches Cortisol gibt es zum Beispiel als Creme. Diese wird einfach je nach Bedarf ein- oder zweimal täglich auf die Innenseite der Oberschenkel oder Oberarme geschmiert. Ebenso gibt es natürliches Hydrocortison zum Einnehmen.

Hast du eine Nebennierenschwäche oder vermutest unter einer zu leiden? Vielleicht konntest du deine Nebennieren auch schon selbst wieder aufpäppeln? Ich freue mich auf deine Kommentare.

 

 

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Katrin Schumann

Katrin Schumann ist Expertin für Frauengesundheit und Heilpraktikerin mit eigener Praxis im Ruhrgebiet. Ihr Ziel ist es mit der Gesundheitsrevolution Frauengesundheit 2.0 Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper besser zu verstehen. Im Fokus steht die Selbstermächtigung jeder Frau und das vermitteln von Wissen, um die eigene Gesundheit aktiv gestalten zu können. Zu den Fachgebieten der Autorin gehören die ganzheitliche Frauenheilkunde, das Hormonsystem inkl. hormoneller Beschwerden und die alternative Monatshygiene sowie die natürliche Verhütung.
Katrin Schumann